Heiliger Nikolaus

Der heilige Nikolaus, Bischof

Der heilige Nikolaus gehört zu den bekanntesten und meistverehrten Heiligen des Christentums. Er lebte an der Wende vom 3. zum 4. Jahrhundert in Kleinasien und wirkte als Bischof von Myra für die ihm anvertraute Gemeinde. Die kirchliche Überlieferung verbindet seinen Namen vor allem mit der Barmherzigkeit gegenüber Armen und Bedürftigen, mit Großzügigkeit und tätiger Nächstenliebe.

Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Überlieferung über sein Leben durch zahlreiche Legenden erweitert. So steht seine Gestalt zugleich mit der Geschichte des Christentums, der Verehrung der Heiligen in der Kirche und den volkstümlichen Traditionen in Verbindung. Der Gedenktag des heiligen Nikolaus am 6. Dezember ist bis heute vielerorts ein Anlass, Kindern, Familien und Menschen in Not besondere Aufmerksamkeit und Hilfe entgegenzubringen.

Das Leben des heiligen Nikolaus

Der Überlieferung zufolge wurde der heilige Nikolaus in der zweiten Hälfte des 3. Jahrhunderts in Patara in Kleinasien als Sohn einer christlichen Familie geboren. Patara lag in der Landschaft Lykien im heutigen Südwesten der Türkei. Über die Einzelheiten seines Lebens sind nur wenige historisch gesicherte Angaben überliefert. Nach der Tradition widmete er sein Leben bereits in jungen Jahren Gott und wurde später Bischof von Myra.

Als Bischof sah er die Leitung der christlichen Gemeinde und die Hilfe für Menschen in Not als wichtige Aufgaben seines Dienstes an. Die Überlieferungen über sein Leben heben besonders seine Barmherzigkeit und seine Großzügigkeit hervor. Einer der bekanntesten Berichte erzählt, dass er einem verarmten Mann heimlich Geld gab, damit dessen drei Töchter in geordneten Verhältnissen heiraten konnten. Diese Erzählung wurde später zu einem der bekanntesten Zeichen der Freigebigkeit und Nächstenliebe des heiligen Nikolaus.

Nach christlicher Überlieferung erlitt Bischof Nikolaus während der Christenverfolgungen selbst Verfolgung und Gefangenschaft. Das genaue Todesjahr ist nicht mit letzter Sicherheit bekannt; die Quellen nennen eine Zeit um 343 beziehungsweise 345. Der 6. Dezember wird jedoch seit Jahrhunderten als liturgischer Gedenktag des heiligen Nikolaus begangen.

Ein Beispiel tätiger Nächstenliebe

Dienst an den Armen

Die kirchliche Überlieferung verbindet den heiligen Nikolaus eng mit der Barmherzigkeit gegenüber Armen und Menschen in Not. Seine Hilfe suchte nicht die öffentliche Aufmerksamkeit, sondern richtete sich unmittelbar nach der Not des anderen.

Hilfe im Verborgenen

Die Erzählung von den drei armen Töchtern macht deutlich, dass echte Großzügigkeit keine Anerkennung erwartet. In der Überlieferung des heiligen Nikolaus wurde die selbstlose und stille Hilfe zu einem der wesentlichen Merkmale seines Wirkens.

Der gute Hirte

Als Bischof war er nicht nur kirchlicher Leiter, sondern auch Diener der ihm anvertrauten Gemeinde. Deshalb steht die Verehrung des heiligen Nikolaus in der christlichen Tradition mit dem Glauben, der Barmherzigkeit und der Verantwortung für den Mitmenschen in Verbindung.

Geschichten und Überlieferung

Im Laufe der Jahrhunderte haben sich um den heiligen Nikolaus zahlreiche Geschichten und Legenden gebildet. Einige davon lassen sich nicht als historisch gesicherte Ereignisse betrachten. Dennoch haben sie wesentlich dazu beigetragen, wie christliche Gemeinden die Erinnerung an den heiligen Nikolaus bewahrt und weitergegeben haben.

Die Geschichte von den drei Töchtern

Der bekanntesten Überlieferung zufolge half Nikolaus den drei Töchtern einer verarmten Familie heimlich mit Geld. Diese Erzählung wurde später zu einer der bekanntesten Geschichten über den heiligen Nikolaus als Gabenbringer.

Patron der Seeleute

Die Überlieferung kennt mehrere Geschichten, in denen der heilige Nikolaus Seeleuten zu Hilfe kommt, die in Gefahr geraten sind. Deshalb wurde er zu einem wichtigen Patron der Seeleute.

Patron der Kinder

In den mit dem heiligen Nikolaus verbundenen Überlieferungen nehmen seine Fürsorge und seine besondere Zuwendung zu Kindern einen wichtigen Platz ein. Dies trug dazu bei, dass der 6. Dezember zu einem Festtag mit besonderen Bräuchen für Kinder wurde.

Die Verehrung des heiligen Nikolaus

Die Verehrung des heiligen Nikolaus verbreitete sich bereits in der Spätantike und entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte zu einer bedeutenden Form der Heiligenverehrung in der christlichen Welt. Zahlreiche Kirchen, Kapellen und Gemeinschaften erwählten ihn zu ihrem Patron. Besonders tief verankert ist seine Verehrung in der christlichen Volksfrömmigkeit.

Der Gedenktag des heiligen Nikolaus ist der 6. Dezember. In der christlichen Kunst wird er gewöhnlich in bischöflichem Ornat mit Bischofsstab und Buch dargestellt. Zu seinen häufigsten Attributen gehören drei goldene Kugeln oder Goldstücke, die an die Erzählung von der Hilfe für die drei Töchter einer armen Familie erinnern.

Von Myra nach Bari

Der heilige Nikolaus, Bischof, starb in Myra, wo seine Reliquien über Jahrhunderte verehrt wurden. Im Jahr 1087 brachten italienische Seefahrer einen bedeutenden Teil seiner Reliquien von Myra nach Bari. Am 9. Mai trafen die Reliquien in Bari ein und werden bis heute in der Krypta der Basilika St. Nikolaus aufbewahrt.

Seitdem ist die Basilika in Bari eines der bedeutendsten Zentren der Verehrung des heiligen Nikolaus und ein wichtiger Wallfahrtsort.

Die Verehrung des heiligen Nikolaus in der Welt

Die Verehrung des heiligen Nikolaus hat sich im Laufe der Jahrhunderte weit über Myra und Bari hinaus verbreitet. In zahlreichen europäischen Ländern gibt es ihm geweihte Kirchen und Kapellen sowie Gemeinschaften, die sich auf ihn berufen. Besonders eng ist seine Verehrung mit Kindern und Familien, mit Armen und Bedürftigen sowie mit Menschen verbunden, die auf dem Meer unterwegs sind.

Der heilige Nikolaus in Balog nad Ipľom

Der heilige Nikolaus ist nicht nur ein in der ganzen katholischen Kirche verehrter Heiliger, sondern auch der Patron der katholischen Gemeinde von Balog nad Ipľom. Sowohl die Pfarrei als auch die Pfarrkirche tragen seinen Namen. Der aktuelle Schematismus der Diözese Banská Bystrica führt die Pfarrkirche von Balog nad Ipľom als St.-Nikolaus-Kirche und nennt im Zusammenhang mit ihr die Jahreszahl 1100. Diese Angabe verweist auf eine frühe Überlieferung zur Geschichte des Gotteshauses, während die bauhistorische Forschung die Grundgestalt des heutigen Gebäudes in die zweite Hälfte des 13. Jahrhunderts datiert.

In Balog nad Ipľom ist die Verehrung des heiligen Nikolaus eng mit der Geschichte des Ortes und dem Leben der örtlichen katholischen Gemeinde verbunden. Die Kirche, die Pfarrei und der Name der Gemeinschaft haben die Erinnerung an den Bischof über Jahrhunderte hinweg bewahrt.

6. Dezember – Fest des heiligen Nikolaus

Am 6. Dezember gedenkt die Kirche des heiligen Nikolaus, Bischof. Dieser Tag steht für mehr als die Tradition des Schenkens. Im Mittelpunkt dieses christlichen Gedenktages steht die Erinnerung an einen Bischof, der sich der Überlieferung zufolge in besonderer Weise den Armen, den Kindern und den Menschen in Not zuwandte.

Der Gedenktag des heiligen Nikolaus erinnert daher auch heute daran, dass christliche Liebe nicht nur durch Worte, sondern durch konkrete Hilfe und selbstloses Handeln sichtbar wird. Die Katholische Kirche in Ungarn bezeichnet den heiligen Nikolaus am 6. Dezember als „Heiligen der schenkenden Liebe“.

Das Beispiel des heiligen Nikolaus lebt bis heute weiter

Auch mehr als eineinhalb Jahrtausende nach seinem Leben ist die Erinnerung an den heiligen Nikolaus, Bischof, lebendig geblieben. Im Mittelpunkt seines Vermächtnisses stehen der Glaube an Gott, die Barmherzigkeit und die Verantwortung für den Mitmenschen. Für die Gemeinschaft von Balog nad Ipľom hat es eine besondere Bedeutung, dass der heilige Nikolaus Patron unserer Kirche und unserer Pfarrei ist. Seine Erinnerung verbindet die Geschichte des Gotteshauses, das Glaubensleben der örtlichen Gemeinschaft und jene christliche Überlieferung, nach der der Glaube in der Liebe zum Mitmenschen sichtbar wird.