Ein besonderes Zeugnis der Holzarchitektur des Ortes
Im westlichen Teil von Balog nad Ipľom, an der Nordseite der Straße, steht eines der markantesten historischen Bauwerke des Ortes, ein im 18. Jahrhundert errichteter hölzerner Glockenturm. Hinter seiner schlichten Gestalt verbirgt sich eine ungewöhnliche Konstruktion: Das Turmgerüst wird von fünf Hauptpfosten getragen. Der mittlere Pfosten, der als „Kaiserpfosten“ bezeichnet wird, setzt unmittelbar auf dem Grundbalken auf. Diese Konstruktion macht den Glockenturm zu einem bemerkenswerten Zeugnis der traditionellen Holzarchitektur der Region.
Ein Erbe des 18. Jahrhunderts
Das genaue Baujahr des Glockenturms und der Name seines Erbauers sind in den verfügbaren Quellen nicht überliefert. Nach den erhaltenen Angaben entstand er im 18. Jahrhundert und wurde seitdem mehrfach instand gesetzt. Sein jahrhundertelanger Erhalt zeigt, dass das Bauwerk nicht lediglich ein Relikt seiner früheren Nutzung ist, sondern bis heute zum historischen und religiösen Umfeld von Balog nad Ipľom gehört.

Eine besondere Holzkonstruktion
Acht Pfosten im unteren Bereich
Der Glockenturm steht auf einem gemauerten Sockel aus Bruchstein. Der verbreiterte untere Bereich, der örtlich als „Rock“ bezeichnet wird, wird von acht Pfosten getragen. Darüber erhebt sich das Turmgerüst mit fünf Hauptpfosten. Der fünfte, mittlere Pfosten ist der sogenannte „Kaiserpfosten“, der vom Grundbalken bis zur oberen Konstruktion reicht und ein wesentliches Element des Tragwerks bildet.
Fünf tragende Hauptpfosten
Die Verwendung von fünf Hauptpfosten verleiht dem Glockenturm von Balog nad Ipľom seine besondere konstruktive Eigenart. Die ortsgeschichtliche Literatur bezeichnet diese Lösung als außerordentlich seltene Konstruktion, die auch unter den hölzernen Glockentürmen des Karpatenbeckens bemerkenswert ist.
Schindeln, Glockenstuhl und Doppelkreuz
Der untere Bereich des Glockenturms und sein Turmdach sind mit Holzschindeln gedeckt. Der offene Glockenraum sorgt dafür, dass der Klang der Glocken weit über den Ort hinaus hörbar ist. Die Spitze des pyramidenförmigen Daches wird von einem großen Doppelkreuz aus Metall gekrönt, das der schlichten Holzkonstruktion ihren markanten Abschluss gibt.
Der Klang der Glocken
Die ursprüngliche Aufgabe des Glockenturms bestand darin, die Glocken aufzunehmen und ihr Läuten zu ermöglichen. Ortsgeschichtliche Quellen überliefern im Zusammenhang mit den Glocken auch den Namen des Budapester Glockengießers J. Brunner.
Auf den Spuren früherer Reparaturen
Die Instandsetzung von 1861
Eine der am besten dokumentierten Stationen in der Geschichte des Glockenturms ist die Reparatur von 1861. Laut einem Eintrag in der Historia Domus wurde der Bau in diesem Jahr erneuert, neu geschindelt und mit Brettern verkleidet. Der Eintrag vermerkt außerdem Kosten in Höhe von 120 Gulden. Dies zeigt, dass die Instandhaltung des Glockenturms bereits im 19. Jahrhundert ein wichtiger Bestandteil des örtlichen kirchlichen Lebens war.
Erneuerung am Ende des 20. Jahrhunderts
Den verfügbaren Quellen zufolge wurde der Glockenturm zuletzt Anfang der 1980er Jahre umfassender instand gesetzt. Diese Arbeiten trugen dazu bei, dass das Bauwerk bis heute erhalten blieb und seine charakteristische Konstruktion weiterhin gut erkennbar ist.

Der Glockenturm in der Geschichte von Balog nad Ipľom
Der Glockenturm steht frei und ist nicht unmittelbar mit dem Baukörper der Kirche verbunden. Seine Lage und seine Gestaltung erinnern an das frühere Erscheinungsbild des Ortes und an dessen sakrale Umgebung. Die Kirche St. Nikolaus, die Dreifaltigkeitskapelle und der hölzerne Glockenturm bilden zusammen wichtige Bestandteile des religiösen Bauerbes von Balog nad Ipľom.
Der Glockenturm als Zeugnis der Volksarchitektur
Der Wert des Bauwerks liegt nicht in seiner Größe, sondern in seinem erhaltenen Holztragwerk und der angewandten traditionellen Zimmermannstechnik. Die Quellen führen den Glockenturm als Zeugnis der Volksarchitektur und als seltenes, bis heute sichtbares Beispiel traditioneller Holzbauweise.


Ein erhaltenes Erbe von Balog nad Ipľom
Der Glockenturm ist bis heute ein gut erkennbarer Bestandteil des Ortsbildes von Balog nad Ipľom. Sein Alter, seine Konstruktion und die erhaltenen Details verleihen ihm einen besonderen lokalen Wert. Zugleich verbindet er eine über Jahrhunderte bewahrte Tradition mit dem Leben des Ortes in der Gegenwart.
Mit seiner schlichten Präsenz ergänzt der Glockenturm die weiteren sakralen Denkmäler von Balog nad Ipľom: die mittelalterliche Kirche St. Nikolaus, die Dreifaltigkeitskapelle und weitere Zeugnisse des religiösen Lebens des Ortes.
Denkmalangaben
| Angabe | Information |
|---|---|
| Bezeichnung | Glockenturm von Balog nad Ipľom |
| Slowakische Bezeichnung | Drevená zvonica |
| Bauzeit | 18. Jahrhundert |
| Material | Holz, gemauerter Bruchsteinsockel |
| Konstruktion | unterer Bereich mit acht Pfosten, Turmgerüst mit fünf Hauptpfosten |
| Dachdeckung | Holzschindeln |
| Turmdach | pyramidenförmig |
| Bekrönung | Doppelkreuz aus Metall |
| Standort | westlicher Teil von Balog nad Ipľom, Nordseite der Straße 527 |
| Erbauer | unbekannt |
| Dokumentierte Reparatur im 19. Jahrhundert | 1861 |
| Letzte umfassende Restaurierung | Anfang der 1980er Jahre |
| GPS | 48.078391, 19.127628 |
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