Ministranten

Als Ministrant in der Heiligen Messe dienen

Im Mittelpunkt der Heiligen Messe steht die eucharistische Feier Christi, an der die ganze Gemeinde teilnimmt. Durch ihren Dienst am Altar tragen die Ministranten dazu bei, dass die Liturgie geordnet und würdig gefeiert werden kann. Ihr Dienst erfordert Aufmerksamkeit, Disziplin und Kenntnisse der liturgischen Ordnung. Zugleich bietet er Kindern und Jugendlichen eine wertvolle Möglichkeit, die Liturgie besser kennenzulernen und sich am Leben der Pfarrei zu beteiligen.

Was bedeutet der Ministrantendienst?

Ministranten unterstützen die Liturgie durch konkrete Aufgaben, die sie gemeinsam mit dem Priester und den anderen liturgischen Diensten übernehmen. Es geht dabei nicht einfach darum, „bei der Messe zu helfen“. Ministranten lernen die liturgische Ordnung kennen, verfolgen aufmerksam den Ablauf der Feier, wissen mit den für ihren Dienst benötigten liturgischen Gegenständen umzugehen und erfüllen die ihnen übertragenen Aufgaben zum richtigen Zeitpunkt.

Aufmerksame Präsenz

Ein Ministrant muss den Ablauf der Heiligen Messe aufmerksam verfolgen, damit er seinen Dienst jeweils zur richtigen Zeit erfüllen kann.

Dienst am Altar

Ministranten übernehmen im Bereich des Altars und des Altarraums liturgische Aufgaben entsprechend der Ordnung der jeweiligen Feier und der vor Ort geltenden Gestaltung des Ministrantendienstes.

Dienst an der Gemeinschaft

Der Ministrant stellt nicht sich selbst in den Mittelpunkt. Seine Aufgabe besteht darin, durch seinen Dienst den Priester, die anderen liturgischen Dienste und die gesamte liturgische Gemeinschaft zu unterstützen.

Die Aufgaben der Ministranten

Welche Aufgaben Ministranten übernehmen, kann je nach der jeweiligen Heiligen Messe und der örtlichen liturgischen Ordnung unterschiedlich sein. Zu ihrem Dienst können unter anderem die Teilnahme an Prozessionen, das Tragen von Kreuz und Kerzen sowie in bestimmten Fällen Aufgaben im Zusammenhang mit dem Weihrauch gehören. Der Dienst am Altar ist stets nach der jeweiligen liturgischen Ordnung und den Anweisungen des zuständigen Priesters auszuüben.

Kreuz und Kerzen

Ministranten können bei Prozessionen und an bestimmten Stellen der Liturgie das Kreuz und die Kerzen tragen.

Vorbereitung des Altars

Zur vorgesehenen Zeit können sie nach der geltenden liturgischen Ordnung bei der Vorbereitung des Altars und der für die Feier benötigten liturgischen Gegenstände mitwirken.

Weihrauch

Bei feierlicheren Liturgien können Ministranten nach entsprechender Einweisung und gemäß der liturgischen Ordnung auch Aufgaben im Zusammenhang mit dem Weihrauchfass und der Verwendung von Weihrauch übernehmen.

Liturgische Gegenstände

Zu ihren Aufgaben kann außerdem gehören, bestimmte liturgische Gegenstände vorzubereiten, sie an den vorgesehenen Ort zu stellen und bei ihrer Verwendung mitzuwirken.

Vorbereitung auf den Ministrantendienst

Der Ministrantendienst kann erlernt werden, setzt aber Übung und regelmäßige Vorbereitung voraus. Ministranten machen sich mit dem Ablauf der Heiligen Messe, den liturgischen Bewegungen und Gesten, den für den Dienst benötigten Gegenständen sowie mit den Stellen vertraut, an denen sie ihren Dienst ausüben. Bei der Vorbereitung geht es nicht allein um eine genaue Ausführung der Aufgaben. Ebenso wichtig ist, dass der Ministrant versteht, was er tut und warum er es tut, und immer bewusster an der Liturgie teilnimmt.

Den Ablauf der Heiligen Messe kennenlernen

Der Ministrant lernt die wichtigsten Teile der Heiligen Messe und ihre Reihenfolge kennen, damit er während seines Dienstes sicher dem Ablauf der Feier folgen kann.

Liturgische Bewegungen einüben

Das Einziehen, das Knien, die Bewegungen am Altar sowie der Umgang mit Kerzen und anderen liturgischen Gegenständen erfordern Übung.

Liturgische Gegenstände kennenlernen

Der Ministrant lernt die Gegenstände kennen, die er während seines Dienstes verwendet, und macht sich mit ihrem Zweck und ihrer richtigen Handhabung vertraut.

Genauigkeit und Aufmerksamkeit

Beim Ministrantendienst sind das richtige Timing und eine aufmerksame Orientierung an den Bewegungen des Priesters und der anderen liturgischen Dienste wichtig.

Wer kann Ministrant werden?

Der Ministrantendienst bietet besonders Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, sich am liturgischen und pfarrlichen Leben zu beteiligen. Voraussetzung sind vor allem Interesse, Zuverlässigkeit und die Bereitschaft, den Dienst zu erlernen. Die konkreten örtlichen Voraussetzungen, das Anmeldeverfahren und eine mögliche Altersgrenze werden von der Pfarrei festgelegt.

Kinder

Der Ministrantendienst kann bereits im Kindesalter die Möglichkeit eröffnen, die Liturgie näher kennenzulernen und sich am Dienst in der Kirche zu beteiligen.

Jugendliche

Der Dienst kann auch in späteren Jahren fortgesetzt werden. Ministranten können so langfristig aktive Teilnehmer am liturgischen Leben der Pfarrei bleiben.

Die Stellung des Ministranten in der Heiligen Messe

Der Ministrant hat unter den liturgischen Diensten eine eigene Aufgabe. Er dient am Altar, ersetzt jedoch weder den Priester noch den Diakon und übernimmt keine Aufgaben, die deren jeweiligem Dienst vorbehalten sind.

Die verschiedenen liturgischen Dienste ergänzen einander: Der Priester leitet die Feier der Heiligen Messe, der Diakon übt seinen eigenen Dienst aus, der Lektor wirkt insbesondere im Wortgottesdienst mit, und der Ministrant unterstützt die Feier durch seinen Dienst am Altar.

Daher gehört die genaue Beachtung der liturgischen Ordnung zu den wichtigsten Aufgaben des Ministranten.

Nicht Auftritt, sondern Dienst

Der Ministrantendienst ist für alle sichtbar und kann deshalb leicht wie ein Auftritt wirken. In seinem eigentlichen Wesen geht es jedoch um den Dienst an der Liturgie.

Ein Ministrant erfüllt seinen Dienst dann gut, wenn er seine Aufgaben aufmerksam, zuverlässig und selbstverständlich ausführt und dabei die Aufmerksamkeit nicht vom Wesentlichen der Liturgie ablenkt.

Der Dienst lehrt Disziplin und Zuverlässigkeit und vermittelt zugleich die Erfahrung, dass in einer gemeinsamen Feier jeder seine eigene Aufgabe hat.

Als Ministranten in Gemeinschaft dienen

Ministranten üben ihren Dienst nicht unabhängig voneinander aus. Der gemeinsame Dienst erfordert Zusammenarbeit, gegenseitige Aufmerksamkeit, die Kenntnis der gemeinsamen Ordnung und die Bereitschaft, einander bei Bedarf zu unterstützen.

Der Ministrantendienst ist daher zugleich eine liturgische Aufgabe und eine Erfahrung gemeinschaftlichen Lebens. Durch ihren Dienst in der Kirche knüpfen Kinder und Jugendliche auch untereinander Kontakte.

In der offiziellen Darstellung der Pfarrei werden Jugendliche und gemeinschaftliche Aktivitäten als Teil des pfarrlichen Lebens genannt.

Dienst im Alltag

Der Wert des Ministrantendienstes endet nicht mit der Heiligen Messe. Aufmerksamkeit, Verantwortungsbewusstsein und gegenseitige Hilfe, die während der Liturgie erfahren und eingeübt werden, können auch im Alltag zu wichtigen menschlichen Werten werden. Kinder können dabei lernen, dass eine Gemeinschaft Menschen braucht, die Zeit für andere aufbringen, Verantwortung für die ihnen anvertrauten Aufgaben übernehmen und zuverlässig ihren Beitrag leisten.

Der Ministrantendienst bedeutet daher nicht nur, Aufgaben in der Kirche zu erlernen, sondern auch, den Dienst an der Gemeinschaft praktisch einzuüben.

Wie kann man sich beteiligen?

Wer sich für den Ministrantendienst interessiert, kann sich in der Pfarrei über die Möglichkeit zur Mitarbeit und über die Gestaltung der Vorbereitung informieren.

Die konkreten Informationen vor Ort, insbesondere zum Anmeldeverfahren, zu den Terminen der Ministrantenvorbereitung und zur Ordnung des Ministrantendienstes, sollten den aktuellen Mitteilungen der Pfarrei entnommen werden.

In Gemeinschaft dienen

Zu den wichtigsten Werten des Ministrantendienstes gehört, dass Jugendliche nicht bloß Zuschauer der Liturgie sind, sondern sich durch ihren eigenen Dienst aktiv an ihrer Feier beteiligen. Das Tragen von Kreuz und Kerzen, die Aufgaben am Altar, die Vorbereitung liturgischer Gegenstände und die Mitwirkung beim Weihrauch dienen alle einem gemeinsamen Ziel: die gemeinsame Liturgie würdig zu feiern. Während ihres Dienstes lernen Ministranten, aufmerksam zu sein, mit anderen zusammenzuarbeiten und Verantwortung zu übernehmen. So verbindet sich der Dienst am Altar sowohl mit der Liturgie als auch mit dem Leben der Pfarrgemeinde.